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News Detail

Von Geschmackserlebnissen und fairem Handel – Messebesuch mit „Brot für die Welt“

Unsere Masterstudierenden Erlebniskommunikation werfen auf der Messe Stuttgart vom 20.-23. April 2017 einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit der Hilfsorganisation.

Wir freuen uns über die Sommer-Kooperation des Masterstudiengangs Erlebniskommunikation mit dem Evangelischen Entwicklungsdienst „Brot für die Welt“. Ein Semester lang dürfen die Studierenden im Rahmen des Kurses „Labor I – Charity, CSR, Nachhaltigkeit“ einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit der Hilfsorganisation werfen und ein Gefühl für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Eventgestaltung sowie interne Projektabläufe an der Schnittstelle von Verantwortung, Wohltätigkeit und Marketing entwickeln.

In diesem Zuge begleiteten die Studis die Organisation unter anderem bei der Gestaltung und Durchführung des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Berlin. Vorbereitend unterstützten sie die Hilfsorganisation über drei Tage hinweg auf der Slow Food Messe sowie der FAIR HANDELN Messe in Stuttgart.

Fragen, die unsere Studierenden im Vorfeld interessierten:

  • Inwiefern lassen sich die FAIR HANDELN und die Slow Food Messe als Erlebnisorte beschreiben? 
  • Wie erleben die Studierenden selbst den Messeauftritt von „Brot für die Welt“? 
  • Welche Zielgruppen spricht „Brot für die Welt“ auf beiden Messen – wie – an? 
  • Ist die Messe ein geeigneter Standort um das Hilfswerk sichtbar zu machen?
  • Welche Werte vermittelt die Organisation durch ihren Messeauftritt?
  • Werden die zuvor formulierten Ziele von „Brot für die Welt“ durch die jeweiligen Standkonzepte erreicht? Können die Studierenden daraus Handlungsempfehlungen entwickeln und einbringen?
  • Mit welchen Analysetools lassen sich die beiden Messen hinsichtlich ihres Erlebniswertes untersuchen?
  • Wie nehmen die Studierenden ihre Rolle als Aussteller wahr? Gibt es Unterschiede zwischen Aussteller- und Besucherperspektive?
  • Was fällt im direkten Vergleich der beiden Messen (sowie im Vergleich mit bisher besuchten Messen) auf? 

Ein Erlebnisbericht

Slow Food Messe – Markt des guten Geschmacks

Die Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ setzt sich als Entwicklungswerk der evangelischen Kirche weltweit für Menschenrechte, Gesundheit und Ernährung, Friedenssicherung, Bildung, die Umwelt und Fragen zu Flucht und Migration ein. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem aktuellen Schwerpunktthema Ernährung. Über drei Jahre hinweg unterstützt die Organisation im Rahmen der Kampagne „Satt ist nicht genug“ zahlreiche Projekte zur Reduzierung von Mangel- und Fehlernährung weltweit und leistet Aufklärungsarbeit auf diesem Gebiet. So entwickelt „Brot für die Welt“ ein eigenes Standkonzept, um das Thema gesunde und bewusste Ernährung auf der Slow Food Messe in Stuttgart sichtbar zu machen.

Regionale Produkte, Qualität, ausgewogene und vielfältige Ernährung sowie bewusstes Essen sind die Kerninhalte der Messe. An drei interaktiven Stationen haben Besucher am „Brot für die Welt“-Stand die Möglichkeit, sich mit aktuellen Projekten der Hilfsorganisation auseinanderzusetzen, Gespräche mit Fachkundigen zu führen und sich über Nachhaltigkeit sowie verantwortungsvollen Konsum zu informieren. Aus den Blättern des Meerrettichbaumes sein eigenes Gewürz herstellen, anhand von Keksen unterschiedliche Lebensmittel erkennen bzw. er-schmecken oder Grundnahrungsmitteln spielerisch ihre Nährstoffe zuordnen. Neben verschiedenen Interaktionsmomenten, die Interessierte hier entdecken, hält der Stand noch ein weiteres Highlight bereit. Die knallorangenen „Brot für die Welt“-Sofas bieten die perfekte Gelegenheit, für einen kurzen Moment dem Messestress zu entfliehen, denn Kraft für Neues liegt ja bekanntlich in der Ruhe.

FAIR HANDELN – Internationale Messe für Fair Trade und global verantwortungsvolles Handeln

Entspannungsmöglichkeiten bietet auch der zweite Stand von „Brot für die Welt“ auf der FAIR HANDELN Messe. Neben verschiedenen Werbegeschenken haben Besucher am sogenannten Brotmobil die Möglichkeit, fair gehandelten Kaffee, Kakao oder Schokolade zu sich zu nehmen. An einem Bistrotisch mit Sitzgelegenheiten, die sich als sehr willkommenes Extra herausstellen, können Interessierte ein Memory zu der Frage „Was kann ich tun?“ ausprobieren und spielend ihre Verantwortung im Kontext Migration und fairem Handel als wichtigen Schritt auf dem Weg zur weltweiten Gerechtigkeit erleben.

Migration ist alltäglich und betrifft alle. Das zeigt „Brot für die Welt“ anhand einer beschreibbaren Weltkarte. Hier können Besucher ihre eigene Migrationsgeschichte einzeichnen und dazu ins Gespräch kommen.

Die FAIR HANDELN gehört zu den ältesten und bedeutendsten Fach- und Verbrauchermessen Deutschlands. Lebensmittel, Kunsthandwerk, Mode sowie Information über Unternehmen, Hilfswerke oder sozial verantwortungsvolles Handeln im Alltag bilden die Schwerpunkte der Messe. Ziele, die auch „Brot für die Welt“ für sich nutzen kann, um Besucher für die Themen Flucht und Migration zu sensibilisieren und Zusammenhänge zwischen Migration und fairem Handel aufzuzeigen.

In Zweiergruppen haben wir an beiden Tagen die Möglichkeit, zunächst als Besucher das Erlebnis Messe auf uns wirken zu lassen, bevor wir in einem zweiten Teil jeweils einen der „Brot für die Welt“-Stände aktiv betreuen und die Rolle eines Ausstellers einnehmen. Als Mitglied des „Brot für die Welt“-Teams (mit Shirt & Namensschild getarnt) repräsentieren wir das Hilfswerk, informieren über die einzelnen Stationen und führen spannende Gespräche mit den Besuchern.

Was haben wir gelernt?

Während unseres Stuttgart Aufenthaltes erfahren wir vor allem Eines – Erlebniskommunikation funktioniert über die Aktivierung von Sinnen. Intensiv riechende Gewürze, leuchtend bunte Obstsorten und inszeniertes Vogelgezwitscher im Hintergrund – in jeder Halle werden wir multisensual angesprochen. Dabei begegnen uns immer wieder vertraute Begriffe aus dem Studium. Geschmackserlebnisse, Interaktion, Mitmachen und Ausprobieren stehen im Mittelpunkt der beiden Messen.

Wir bekommen ein Grundverständnis für die Eventmaschinerie „Messe“, verstehen allgemeine Bedingungen für das Gelingen von Messen, genauso wie die Eigenlogik, die hinter einer jeden Messeorganisation steckt. Beide Messen folgen einem Kriterienkatalog, der von der Sicherheit über ein passendes Raumkonzept bis hin zu Gastronomieangeboten reicht; sie sind dabei aber dennoch grundverschieden. Während bei der Slow Food Messe der Verkauf regionaler Produkte von ausgewählten Einzelhändlern (und somit Konkurrenten) im Vordergrund steht, dient FAIR HANDELN eher als Rahmen für ein gemeinsames Interesse. Sie lebt vom bereits vorhandenen Interesse und der Motivation der Besucher und sie ist eine Plattform für Austausch, Information und Eigeninitiative.

„Brot für die Welt“ verbindet als einer der wenigen Aussteller, der in beiden Hallen vertreten ist, die Messen miteinander. Das Hilfswerk vertritt die Grundgedanken Ethik und Verantwortung auf der Slow Food Messe und erleichtert den Messealltag durch Kaffee und weitere Leckereien auf der FAIR HANDELN.

Nicht zuletzt lernen wir aus der Erfahrung zwei verschiedene Blickrichtungen einzunehmen und zwischen der Besucher- und der Ausstellerrolle zu tauschen. Bisher kannten wir nur die Besucherperspektive, aber gerade in unserem Fach ist dieser Rollentausch umso wichtiger um das Erlebnis Messe in seiner Gesamtheit zu verstehen.

An dieser Stelle bedanken wir uns beim gesamten „Brot für die Welt“-Team für die herzliche Betreuung während der Messetage sowie die Möglichkeit, drei spannende Tage in Stuttgart zu verbringen. Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Projekte und auf die zukünftige Kooperation von „Brot für die Welt“ mit unserer Hochschule!

Unser Kontakt

Prof. Dr. Marcus S. Kleiner

Studiengangsleiter

für den M.A. Erlebniskommunikation
Prof. für Kommunikations- und Medienwissenschaft
Forschungskoordinator
Telefon +49 30 2332066-10 E-Mail schreiben