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News Detail

Exkursion zur Internetagentur 3pc

Das Unternehmen 3pc ist seit 1995 eine Agentur für digitale Kommunikation und Transformation, das sich mit der Gestaltung von Entwicklungen im Internet wie beispielsweise Websites, Apps und Shop-Systemen beschäftigt.

 

Unsere Exkursion begann mit einer Vorstellungsrunde in einem Konferenzraum der Agentur, in dem uns die für das Personalmanagement zuständige Vanessa Lio einen ersten Einblick in die Grundsätze des Unternehmens ermöglichte.

Während des Gespräches erfuhren wir Folgendes: 3pc hat vor allem Kunden aus öffentlichen Institutionen wie zum Beispiel die Bundeszentrale für politische Bildung, für die sie den Wahl-O-Maten entwickelt haben. Die Nutzerorientierung steht im Zentrum des wirtschaftlichen und kommunikativen Denkens und Handelns, sodass es den Mitarbeitern der Agentur nicht nur um eine technische, sondern um eine ganzheitliche Lösung für den Kunden geht.

Die Arbeit von 3pc erfolgt stets in Teams mit verschiedenen Schwerpunkten, die interdisziplinär nebeneinander arbeiten. Flache Hierarchien und viele Freiräume ermöglichen und erwarten selbstverantwortliches und selbstständiges Arbeiten. Dieses wird durch ein flexibles Arbeitszeitmodell und Homeoffice nach Absprache ergänzt. Die Grundvoraussetzung für die Tätigkeit bei 3pc ist allerdings die Leidenschaft für die digitale Transformation.

Im Anschluss daran lernten wir den Projektleiter Johannes Petri kennen, der uns Einblicke in die strukturellen und inhaltlichen Aspekte seines Aufgabenbereiches gab. Nachdem er eine private Ausbildung als Tontechniker gemacht und einige Jahre als Musiker sein Geld verdient hatte, war er durch eine zufällige Begegnung mit dem CEO Armin Berger zu einer Stelle als Projektassistent gelangt. Seit anderthalb Jahren leitet er nun ein zehn- bis fünfzehnköpfiges Team, das aus GrafikerInnen, MarketingexpertInnen, RedakteurInnen, KonzeptionerInnen und ProgrammiererInnen besteht.

Seine Aufgabe als Projektleiter ist es, „alles unter einen Hut zu bringen“. Jedes Teammitglied muss die gleiche Vision des Projektes haben, sodass Hannes als Bindeglied, Koordinator, Vermittler und Konfliktmanager zwischen den verschiedenen Gewerken fungiert. Außerdem hat er die fachliche und sachliche Verantwortung, muss die Projektpläne erstellen sowie überarbeiten und ist der Vertreter der Firma gegenüber dem Kunden. 

Darüber hinaus wurden wir über die unterschiedlichen Tools aufgeklärt, die in der Agentur zur Abstimmung der Arbeit genutzt werden: Das wichtigste Tool ist das Ticketsystem Redmine, mit dem man Aufgaben formulieren und an die verantwortliche Person weiterleiten kann. Das Programm MatterMost dient zur kurzfristigen Absprache von Aufgaben während die Software InVision zur jeweiligen graphischen Umsetzung der Inhalte verwendet wird.

Nachfolgend stellten wir zahlreiche Fragen, die umfangreich beantwortet wurden. Hierbei ging es zum Beispiel um die Kundenakquise, die allerdings eher selten vom Projektleiter direkt durchgeführt wird. 3pc ist bestrebt, langfristige Beziehungen zu Kunden aufzubauen. Um zu gewährleisten, dass die Kunden zufrieden sind oder was bei der Zusammenarbeit verbessert werden kann, gibt es jährliche Feedback-Gespräche.

Die Frage nach seinem Lieblingsprojekt beantwortet uns Hannes mit dem Wahl-O-Maten, der sowohl eine große Anspannung als auch enormen Erfolg für sämtliche Beteiligten bedeutete. Ein weiteres spannendes Projekt ist die Hanisauland-App, die Kindern das Prinzip der Demokratie spielerisch erklären soll. Bei diesem Projekt geht es vor allem um die stete Weiterentwicklung diverser Features. 

Anschließend stellte sich uns der Geschäftsführer von 3pc vor: Armin Berger. Zuerst sprachen wir ein wenig über unseren Studiengang und die zunehmende Eventisierung und Emotionalisierung sämtlicher Lebensbereiche. Dann informierte uns Armin Berger anekdotisch über seinen beruflichen Werdegang.

Ursprünglich aus Bayern stammend, kam der heutige CEO für ein Philosophiestudium nach Berlin. Eines Tages besuchte er einen Bekannten in Los Angeles, der sich in seinem Job mit CD-ROMs beschäftigte. Das Multimediale und Interaktive, das Mitte der 1990er eine Neuheit war, faszinierte ihn sofort. In der Zeitschrift Wired las Berger einen Artikel über Mosaic, den ersten graphischen Browser im World Wide Web und wusste gleich: „Das wird die Welt verändern.“ Dank einigem mathematischen und graphischen Interesse gelang es ihm zurück in Deutschland, einen Relaunch für die Website der Zeitschrift Zitty zu machen. „Damals war alles neu und man konnte alles ausprobieren. Man war immer Pionier, weil es ja noch Nichts gab“, beschreibt Armin Berger seine Arbeit Mitte der 90er. 

Seit den Anfangstagen hat er seine Agentur 3pc mit viel Einsatz und ein wenig Glück weiterentwickelt. Er beschreibt das Wachstum als eine Art „Todesspirale“, die sich dadurch ergibt, dass man große Aufträge annimmt, entsprechend mehr Personal braucht, wodurch größere Kosten entstehen. Außerdem verrät der CEO uns, dass er ursprünglich nie den Plan hatte Unternehmer zu werden, seine Agentur für ihn aber zu einem Konzept geworden ist, in das man reinwächst. Durch die verschiedenen Wachstumsphasen seines Unternehmens gab es immer wieder unterschiedliche Aufgabenbereiche, die er übernehmen musste, sodass es ihm nie langweilig wurde. Heute arbeiten 65 Festangestellte sowie einige freie Mitarbeiter bei 3pc.

Auch die Kooperation mit anderen Unternehmen liegt dem CEO sehr am Herzen und er weist in diesem Zusammenhang noch einmal auf die Wichtigkeit des Netzwerkens hin, das er immer noch gerne übernimmt. Nach der Frage, welche Eigenschaft sein Unternehmen als Arbeitgeber am meisten auszeichnet, erklärt uns Armin Berger zwei verschiedene Modelle der Arbeitsaufteilung: Die eine Variante besteht darin, eine dauerhafte Arbeitsstruktur in Anlehnung an Fabrikarbeit vorzunehmen, bei der jeder Mitarbeiter seine feste Position hat und zum Beispiel nur Banner designt.

Bei 3pc liegt die komplett gegenteilige Struktur vor. Kein Mitarbeiter ist austauschbar und jeder wird dazu angehalten, über den Tellerrand hinauszuschauen, seinen Horizont zu erweitern und nicht nur seriell das Gleiche zu machen, sondern übergreifend zu arbeiten, Bestehendes anzuzweifeln und immer neue Perspektiven einzunehmen. Armin Berger sieht die Mitarbeiter und seine Agentur als eine Art Leistungsgemeinschaft, die stets zum eigenen Denken und zur Flexibilität animiert wird. Sein abschließender Rat, den er uns gibt: Zur Kreativität gehören auch Scheitern und Leiden!

 

Bilder und Text von Franziska Wöstmann

Unser Kontakt

Prof. Dr. Marcus S. Kleiner

Studiengangsleiter

für den M.A. Erlebniskommunikation
Prof. für Kommunikations- und Medienwissenschaft
Forschungskoordinator
Telefon +49 30 2332066-10 E-Mail schreiben