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Forschung

Don’t drink and chill

Prof. Dr. Dipl.-Psych. Katrin Starcke und Prof. Dr. Richard von Georgi untersuchen in Laborexperimenten den Einfluss von Alkohol auf das Chill-Erleben beim Musikhören

Foto: Vanessa Hartwig

Zusammenfassung der Ergebnisse der Studie von Prof. Dr. Dipl.-Psych. Katrin Starcke, Professorin für Biologische Medienpsychologie am Fachbereich Medienpsychologie:

„Was ist das Großartige an Musik? Darauf gibt es viele Antworten. Ein Grund ist, dass Musik in uns Chill-Erlebnisse auslösen kann. Chills sind kurzzeitige, sehr intensive Wahrnehmungen, die wir für gewöhnlich als angenehm empfinden. Beispielsweise läuft ein angenehmer Schauer über den Rücken, es bildet sich eine Gänsehaut oder wir sind sexuell erregt. Viele Menschen trinken Alkohol, während sie Musik hören, beispielsweise in Kneipen, Diskotheken oder auf Konzerten. Alkohol hat ebenfalls starke Auswirkungen auf das Gefühlsleben und auf den Körper.

Wir haben uns nun gefragt: Verstärkt Alkohol das Chill-Erleben beim Musikhören? Oder ist Alkohol eher hinderlich beim Auskosten intensiver musikalischer Momente?

Dieser Frage sind wir in einem Laborexperiment nachgegangen. Alle Versuchspersonen durften ein Lieblingslied zum Versuch mitbringen, welches bei ihnen Chill-Erlebnisse auslösen kann. Dieses Lied haben sie zwei Mal gehört; einmal nüchtern und einmal unter Alkoholeinfluss. Die Versuchspersonen durften also im Labor Vodka trinken und Musik hören. Wann immer sie ein Chill-Erlebnis beim Musik hören hatten, sollten sie eine Taste betätigen. Darüber hinaus wurden körperliche Reaktionen aufgezeichnet, nämlich die Anzahl der Herzschläge pro Minute und die elektrodermale Aktivität. Darunter versteht man die minimale Schweißabsonderung, die ebenfalls Auskunft über das körperliche Erregungsniveau gibt.

Das Ergebnis der Laborstudie ist: Alkohol behindert das intensive Chill-Erleben beim Musik hören. Die Versuchspersonen hatten weniger Chill-Momente, wenn sie getrunken hatten. Auch die elektrodermale Aktivität war bedeutend niedriger nach dem Konsum von Alkohol.

Fazit: Alkohol scheint von musikalischen Chills eher abzulenken als diese zu intensivieren. In Kneipen, zum Tanzen oder auf Konzerten mag Alkohol in Kombination mit Musik angenehm sein; die intensiven Chill-Erlebnisse beim Musikhören kommen nüchtern jedoch besser zur Geltung.

Wer mehr über die Forschungsergebnisse erfahren möchte, kontaktiert einfach Prof. Dr. Dipl.-Psych. Kathrin Starcke oder Prof. Dr. Richard von Georgi per E-Mail.

Quelle: Starcke, K., von Georgi, R., Tiihonen, T.M., Laczika, K.-F. & Reuter, C. Don’t drink and chill: Effects of alcohol on subjective and physiological reactions during music listening and their relationships with personality and listening habits. International Journal of Psychophysiology.

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Prof. Dr. Dipl.-Psych. Katrin Starcke

Professorin

für Biologische Medienpsychologie
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